Die Steuerung eines Hubschraubers wird über Steuerstangen,
Umlenkhebel und Steuerseile, von den Steuerorganen auf
die Taumelscheibe (resp zum Heckrotor) sichergestellt
(Abb 6).
Abb 6
Das wichtigste Element der
Steuerung eines Hubschraubers ist die Taumelscheibe. Sie
liegt auf der Rotorachse, direkt unter dem Hauptrotor
und ist zuständig für die Übertragung der
Steuerimpulse auf die einzelnen Rotorblätter. Grundsätzlich
besteht die Taumelscheibe aus zwei Teilen, dem fixen und
dem drehenden Teil. Der fixe oder untere Teil ist über
Steuerstangen und Umlenkhebel mit dem Steuerknüppel
verbunden und der drehende oder obere Teil mit jedem einzelnen
Rotorblatt. Wird nun die Taumelscheibe mit dem Steuerknüppel
nach vorne oder zur Seite geneigt, ändert sich der
Anstellwinkel jedes Rotorblattes während einer Umdrehung
(zyklische Blattverstellung). Wenn der Pilot am Collective
nach oben zieht, bewegt sich die Taumelscheibe als Ganzes
nach oben und der Anstellwinkel aller Rotorblätter
wird gleichzeitig erhöht (kollektive Blattverstellung).
Dieses Prinzip funktioniert unabhängig von der Anzahl
Rotorblätter des Hubschraubers (Abb 7).
Abb 7
Die Steuerung wird bei kleineren
Hubschrauber in der Regel mit hydraulischen Servomotoren
unterstützt, um den Kraftaufwand des Piloten zu verringern.
Bei mittleren und grossen Hubschraubern treten an der
Taumelscheibe so grosse Kräfte auf, dass eine rein
mechanische Steuerung (nur mit Steuerstangen und Umlenkhebel)
nicht mehr möglich ist, und die Steuerung nur mit
hydraulischer Unterstützung gewährleistet werden
kann.
Abb 8
Die Steuerung des Heckrotors funktioniert
grundsätzlich gleich. Der wesentliche Unterschied
besteht darin, dass nur die kollektive Blattverstellung
gebraucht wird. Die Pedale im Cockpit sind über Steuerstangen
Umlenkhebel und Steuerseile mit der sogenannten Spinne
verbunden. Die Spinne überträgt die Steuerimpulse
auf die einzelnen Heckrotorblätter, ähnlich
wie die Taumelscheibe am Hauptrotor. Auch hier gilt, je
grösser der Hubschrauber, desto grösser sind
die Steuerkräfte am Heckrotor und desto mehr muss
die Steuerung mit hydraulischen Hilfsmitteln unterstützt
werden (Abb 8).